TiefSinniges

Sonntag, 11. Mai 2008

Free Hugs - Gratis Umarmungen für alle!

Frohe Pfingsten wünsche ich allen Leserinnen & Lesern meines Blogs!

Ich nutze den Feiertag gerade dafür, alte Mails zu sichten, & dabei fand ich folgendes:


Natürlich hab ich gleich im Anschluss "Free Hugs" bei Ixquick eingegeben & fand den Wikipedia-Artikel zur Free Hugs Campaign.
Ebenfalls wunderschön anzusehen ist das Video zu Everyday von der Dave Matthews Band. Damit fing - laut Wikipedia - alles an.

Das Beste habe ich mir zum Schluss aufgehoben, im Forum der Free Hugs Campaign habe ich nämlich den Film von sponduun.tv gefunden, dem ich echt nichts mehr hinzuzufügen habe:
FREE HUGS (SPONDUUN.TV Episode 00010)
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Donnerstag, 17. Januar 2008

Die Erde trägt mich

Im Dezember habe ich etwas ganz Schönes erfahren, dass ich nun an dieser Stelle mit Euch teile. Ich lag zu der Zeit öfters im Bett & hatte Angst wie es in meinem Leben weitergehen soll. Dabei war mein ganzer Körper angespannt.
Eines Abends kam mir der spontane Gedanke "Die Erde trägt mich". Das konnte ich daraufhin spüren, indem ich mich ganz fallen liess. Erst dadurch merkte ich, dass ich mich vorher regelrecht abgestützt hatte - so als würde ich sonst runterfallen. Dabei bin ich ja schon längst auf dem Erdboden, der mich trägt.
Es ist schwer zu beschreiben, ich habe mich dem Erdboden anheim gegeben. Meine Muskeln haben losgelassen, haben aufgehört mich unnötigerweise zu stützen.

Das geht nicht nur wenn ich liege. Auch wenn ich mich bewege, wenn ich laufe oder etwas trage kann ich alle Muskeln entspannen die ich dafür nicht brauche. Jedenfalls gelingt mir das wenn ich bewusst dran denke.

Mir ist schon vor längerer Zeit aufgefallen, dass ich mich oft auf die Zehenspitzen stelle, obwohl das gar nicht nötig wäre für das was ich gerade tue. Auch so ein Fall von mangelndem Vertrauen in die Erde & in meinen Körper.

Es hat mir jetzt schon mehrmals geholfen, mich in Situationen zu entspannen indem ich mich daran erinnere:
Die Erde trägt mich!
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Freitag, 7. Dezember 2007

Anderen zur Last fallen

Heute morgen fiel es mir wie Schuppen von den Augen, was mich jahrelang beschäftigte: Meine Angst, anderen zur Last zu fallen (siehe Bedürfnis nach Nähe sowie über ein halbes Jahr später Ich lerne nicht mehr, ich übe jetzt), war & ist durchaus berechtigt.
Solange ich nicht für mich selber sorge, falle ich anderen zur Last.
Ganz automatisch. Dabei kann ich mir jedes meiner Bedürfnisse auch selbst erfüllen; zumindest kann ich selbst dafür sorgen dass ich das Bedürfnis erfüllt bekomme.
Umgekehrt heisst das aber auch:
Wenn ich für mich selber sorge, muss ich niemandem zur Last fallen.
Mir selber übrigens auch nicht.

Das einzige was ich dafür tun muss ist vertrauen. Womit wir wieder beim Thema dieses Blogs (& meines Lebens) wären...
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Dienstag, 4. Dezember 2007

Wie man LIEBE installiert

Anruf bei einer Hotline:

Anrufer: Hi, ich hab hier ein neues Programm, das würde ich gern auf meinem persönlichen System installieren. Es heißt LIEBE. Was soll ich denn da als erstes machen?

Hotline:
Auf Ihrer Festplatte gibt es eine Partition, die heißt HERZ. Haben Sie die?

Anrufer:
Ach so, das ist der Trick! Ich hab's immer auf der Hauptpartition KOPF versucht. Na gut, ich probier das mal ? Mist, HERZ ist aber ziemlich voll!

Hotline:
Machen Sie mal den Task-Manager auf und gucken unter "Prozesse". Was läuft denn da so?

Anrufer:
Oh je, Alte_Verletzungen.exe, Groll.com, Geiz.com, Ablehnung.exe und lauter so Zeug. Vor allem Hass.exe ? boah, das krallt sich fast den ganzen Speicher!

Hotline:
Kein Problem. LIEBE wird vieles davon automatisch aus Ihrem Betriebssystem raushauen. Manches bleibt zwar im Hintergrund aktiv, wird aber keine anderen Programme mehr stören.
Alte_Verletzungen.exe und Geiz.com müssen Sie aber vor der Installation selber vollständig löschen.

Anrufer:
Nein! Das ist ein ganz wichtiges gutes altes Stück! Das hat mich Jahrzehnte gekostet, all die Komponenten dafür zu sammeln! Muss das wirklich raus?

Hotline:
Ja, das ist unumgänglich. Gehen Sie ins Startmenü und suchen Sie Zubehör/Verzeihung. Das lassen Sie so oft laufen, bis Geiz.com und die Alten_Verletzungen vollständig raus sind.

Anrufer:
Na gut, wenn's sein muss. LIEBE ist mir einfach so sehr empfohlen worden, das Ding will ich unbedingt hier laufen haben! So, geschafft ... He! Da steht jetzt: "ERROR 490 ? Programm läuft nicht auf internen Komponenten". Was soll denn das?

Hotline:
Nichts Schlimmes, ist ein altbekanntes Problem. Es bedeutet, dass LIEBE für externe HERZEN konfiguriert ist, aber auf Ihrem eigenen ist es noch nicht gelaufen. Das ist eine von diesen ganz komplizierten Sachen. Ich sag's mal so: Sie müssen zunächst Ihr eigenes Gerät lieben, bevor es andere lieben kann.

Anrufer:
Hä?

Hotline:
Können Sie den Ordner Selbstakzeptanz finden?

Anrufer:
Ja, hab ich.

Hotline:
Wunderbar. Klicken Sie auf die folgenden Dateien und kopieren Sie die in den Ordner MEINHERZ, und zwar: Selbstvergebung.doc, Selbstschätzung.doc und Güte.txt. Außerdem bitte Selbstbeurteilung.exe aus allen Ordnern löschen und dann den Papierkorb leeren, sonst kommen die immer wieder zurück.

Anrufer:
LIEBE installiert sich jetzt ganz von selbst. Ist das gut so?

Hotline:
Ja, so gehört das. Nun sollte eine Nachricht auftauchen, dass sich LIEBE immer wieder neu lädt, so lange Ihre HERZ-Festplatte läuft. Sehen Sie diese Nachricht?

Anrufer:
Seh ich. Ist die Installation nun abgeschlossen?

Hotline:
Ja, aber denken Sie dran, dass Sie bis jetzt nur die Basisversion installiert haben. Sie müssen sich nun mit anderen HERZEN vernetzen, damit Sie an die Upgrades rankommen.

Anrufer:
Ok. Klasse! Mein HERZ lädt gerade eine wunderschöne Melodie. Auf meinem Bildschirm läuft Lächeln.mpg. Wärme.exe, Friede.exe, Zufriedenheit.doc und lauter so Sachen breiten sich gerade im Speicher aus. Fühlt sich gut an!

Hotline:
Fein. Damit ist LIEBE installiert und läuft. Von diesem Punkt an sollten Sie gut alleine weiterkommen.

Anrufer:
Jetzt brauchen Sie sicher meine Kontonummer wegen der Abbuchung.

Hotline (lacht):
Nein, LIEBE ist Freeware. Geben Sie das Programm bitte an jeden weiter, den Sie treffen, mit allen Komponenten. Die Leute werden es dann ihrerseits weiterverbreiten, und ich wette, dass Sie dann von denen eine Menge ganz feiner neuer Module zurückbekommen.

Anrufer:
Gebongt, will ich gern machen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.

(Autor unbekannt)
Bleibt anzumerken, dass LIEBE natürlich unter der GPL lizenziert ist & auf Windows zwar portiert, aber unter Linux entwickelt wurde ;-)
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Samstag, 13. Oktober 2007

Eine neue Kultur

Ich lese im Moment wieder (wie auch meiner Bücherliste zu entnehmen) in Sei nicht nett, sei echt von Kelly Bryson. Gemeinsam mit Neue Arbeit, neue Kultur von Frithjof Bergmann, das die neue Kultur schon im Titel hat, weist dieses Buch wie ein Leuchtfeuer den Weg in eine grundlegend andere Kultur als unsere bestehende. Diese Kultur basiert nicht mehr auf der Annahme von Mangel, sondern geht davon aus dass immer genug für alle da ist (der schon öfters hier angesprochene Paradigmenwechsel von dem auch Götz Werner spricht).
Im Zentrum dieser Kultur stehen die Bedürfnisse der einzelnen Menschen. Diese werden als etwas Wertvolles betrachtet, als Möglichkeit miteinander in Kontakt zu kommen. Darin besteht der grundlegende Wandel: dass ich die Bedürfnisse der anderen nicht als Last empfinde, weil ich das Gefühl habe sie befriedigen zu müssen. Nein, denn die neue Kultur beruht in ihrem Kern auf Freiwilligkeit - darauf, dass eben niemand etwas muss. So kann ich die Bedürfnisse meiner Mitmenschen und vor allem auch meine eigenen Bedürfnisse als ein Geschenk auffassen, das es mir ermöglicht mich zu verbinden.

Vereinzelung prägt unsere bestehende Kultur. Sich verbinden - & damit meine ich wirkliches Verbinden von Herz zu Herz - läuft dieser Kultur entgegen bzw. unterwandert sie.
In der Wirtschaft bedeutet das, nicht mehr künstliche "Anreize" zu schaffen, damit Menschen etwas kaufen, das sie gar nicht wirklich wollen (siehe dazu meinen Beitrag Verkaufen war gestern). Sondern das tun, was ich selber wirklich will & darauf vertrauen, dass ich damit konkrete Bedürfnisse bestimmter anderer Menschen erfülle.

Einer meiner absoluten Lieblingssätze aus "Sei nicht nett, sei echt" ist
Wenn Sie auf irgend jemanden in der Welt eifersüchtig sind, dann wahrscheinlich deshalb, weil Sie nicht um alles bitten, was Sie wollen.
Das ist Medizin für meinen alten Glaubenssatz "The best things in life aren't for me". Doch! Sind sie! Ich brauche nur darum zu bitten. Das heisst dann noch lange nicht dass ich auch alles bekomme worum ich bitte. Wenn ich mich aber von vornherein nicht traue darum zu bitten, habe ich erst gar keine Chance.
Ein tolles Buch im Zusammenhang mit Geld ist Macht und Magie des Geldes - Das Sterntalerprinzip von Barbara Stern. Gibt's auch vielfach gebraucht zu kaufen.

Noch zwei wunderbare Sätze:
Arbeit ist keine Aktivität, sondern eine Einstellung, die auf Angst und Mangel gründet.
Menschen, die wirklich mit dem spielen, was sie lieben, tun für sich selbst und die Welt das Beste, was sie tun können.

Angst & Mangel, genau. Ich kann bisher nur erahnen, wie die Kultur aussehen wird, die nicht mehr von Angst & Mangel geprägt ist. Beides wird weiterhin vorhanden sein, jedoch nicht mehr das Denken & Fühlen der Menschen bestimmen wie es jetzt der Fall ist.
Wenn ich keine Angst hätte, würde ich nur noch das tun, was ich gern tue, & dabei darauf achten dass niemand anderes zu kurz kommt (denn ich selber brauche nicht zu befürchten dass ich zu kurz komme). Ich würde einen funktionierenden Egoismus leben, der nicht gegen andere gerichtet ist. Hierzu noch ein Satz aus dem Buch:
Tun Sie nie etwas für andere Lebewesen. Tun Sie Dinge nur, wenn Sie sie für sich selbst tun, um der Freude des Gebens willen.
Diese Freude des Gebens kann nur aus Freiwilligkeit erwachsen. Sobald ich den Eindruck habe, ich müsste etwas tun, vergeht mir die Lust daran.
Alexander Fluhr hat dazu in seinem Blog ArtSelling einen passenden Beitrag geschrieben: Geben statt nehmen.

Ich finde es schwer, mich innerlich von den vielen Zwängen, die unser Geld- & Wirtschaftssystem & unsere Kultur den Einzelnen auferlegt, zu befreien. Dabei ist es "nur" ein Gedankensprung. Die äusseren Umstände sind so wie sie sind, ich kann sie auf ganz unterschiedliche Weisen betrachten. Im Moment erscheint mir am wichtigsten klarzukriegen, dass ich mich den äusseren Umständen anpassen & gleichzeitig das tun kann, was ich wirklich wirklich will. Denn nur wenn ich das beides verbinden kann, gelingt mir der Übergang in die neue Kultur. Nur wenn es leicht ist, kann ich diesen Weg gehen.
Mit leicht meine ich, dass ich aus freien Stücken handeln kann. Dabei kann ich mich durchaus anstrengen. Solange ich mich nicht zu etwas zwingen muss, bleibt es trotzdem leicht in diesem Sinne. Reinhold Messner gehorcht ja auch keinen Befehlen oder Sachzwängen, sondern folgt seiner inneren Stimme.

Konkurrenz ist in der neuen Kultur überflüssig, weil ja genug für alle da ist. Das klingt sehr platt & mag "objektiv" in vielen Bereichen nicht gelten, es geht jedoch um einen grundlegenden Paradigmenwechsel im Denken. Wenn offensichtlich von irgendetwas nicht genug da ist, dann ist das eine Aufgabe für alle, sich gemeinsam darum zu kümmern (Beispiel: sauberes Trinkwasser). Das Denken der neuen Kultur geht wie gesagt von den Bedürfnissen aus anstelle der äusseren Gegebenheiten. Die Frage in so einem Fall ist, wie kooperieren wir miteinander, um unser aller Bedürfnisse zu befriedigen?
Die Rahmenbedingungen sind natürlich die der Freien Kooperation.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass diese neue Kultur wächst & gedeiht, & ich werde mit aller Kraft dafür gehen! Ahow!


Am 21.01.2008 ergänzt: Ich will eine Kultur, in der nicht nur jeder Mensch sein volles Potential entfalten kann, sondern die jeden Menschen auch ermutigt das zu tun!
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Sonntag, 9. September 2007

Web 2.0 gründet vor allem auf Vertrauen

Das viel beschworene Web 2.0 zeichnet sich ja vor allem dadurch aus, dass immer mehr vom eigenen Computer zu irgendwelchen Diensten im Internet verlagert wird. Das bedeutet aber, dass z.B. die eigenen Bookmarks nicht mehr im Browser gespeichert sind sondern auf einem Server liegen, der nicht mehr meiner Kontrolle unterliegt. Wer einen Social Bookmarking-Dienst nutzt, muss daher den Betreibern dieses Dienstes vertrauen, dass sie verantwortungsvoll mit den eigenen Daten umgehen.
Die Extremform davon sind Web Desktops bzw. "Web-Betriebssysteme", die im Browser laufen. Persönliche Daten auf einer virtuellen Festplatte bzw. bei einem File Hosting Dienst im Internet abzulegen bedeutet auch schon gehöriges Vertrauen zum Dienstbetreiber, zumal die Anmeldung fast immer ausschliesslich durch Eingabe einiger Daten in ein Webformular stattfindet.

Das zweite Hauptmerkmal von Web 2.0 sind die Beziehungen zwischen Menschen, die in Portalen und Netzwerken abgebildet werden. Hierbei besteht der Vertrauensvorschuss darin, dass die dort angemeldeten Menschen ihre persönlichen Daten in ihrem Profil hinterlegen. Zumindest die Betreiber der Plattform haben prinzipiell Zugriff auf diese Daten, viele machen ihre Angaben dort ganz öffentlich. Auch die Beziehungen selbst sind für Marktforscher oder Geheimdienste nützliche Informationen.

Eine Website, die sich kritisch mit dieser Entwicklung auseinandersetzt, ist Stop1984. DAS englischsprachige Buch dazu heisst Database Nation.
Ich formuliere hier ganz bewusst positiv im Sinne von Vertrauen, weil ich eher auf der Linie von David Brins Buch The Transparent Society liege. Für mich liegt die Zukunft in zunehmender - allerdings beidseitiger! - Transparenz statt darin, das Recht auf Privatsphäre zu zementieren.

Ausgerechnet an meinem Geburtstag wurde ein Artikel mit praktischen Tips zum Datenschutz im Web 2.0 veröffentlicht, den ich allen empfehlen kann.
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Sonntag, 22. Juli 2007

Wasser sparen auf angenehme Art: Die Bubble-Rain Duschbrause

Heute werbe ich mal für ein tolles Produkt, das sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt schont: Die Bubble-Rain Duschbrause der Firma Wolf Umwelttechnologie. Diese Duschbrause reduziert den Wasserverbrauch beim Duschen um zwei Drittel (!), indem sie das Wasser mit Luft verwirbelt.
Das fühlt sich auch angenehm auf der Haut an - finden jedenfalls Sabine & ich. Es ist kaum zu spüren, dass nur 6 statt 18 Liter pro Minute durch die Brause strömen.
Die Anschaffungskosten von etwa 80 Euro pro Brause lohnen sich, wer's genau wissen will, bemühe den Einsparungs-Rechner von der Bubble-Rain-Website.
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Dienstag, 10. Juli 2007

Die Leere in mir

Seit einigen Wochen habe ich als neuen Kraftsatz in meinem Portemonnaie stehen
Ich nehme die Leere in mir an!
Das beschäftigt mich in den letzten Tagen vor allem im Zusammenhang mit meinen Essgewohnheiten. Der Satz bedeutet nämlich auch, meinen leeren Magen anzunehmen. & das gelingt mir nur unter Überwindung schwerster Widerstände.
Ich kann es noch nicht genau auseinanderhalten was da alles mit reinspielt. Zum einen ist es bestimmt die Angst vor Mangel, d.h. die Angst nicht genug zu bekommen & deshalb lieber schon mal "auf Vorrat zu essen". Das scheint mir aber eher an der Oberfläche zu liegen.
Darunter spüre ich das Unbehagen, die Leere in mir wirklich zuzulassen & zu fühlen. Lieber stopfe ich mich mit Essen voll, obwohl mir das Völlegefühl überhaupt nicht angenehm ist. Trotzdem lege ich manchmal noch nach obwohl ich genau spüre wie satt ich schon bin. & dass das Gefühl von satt sein nicht lange hält ist ja meine tagtägliche Erfahrung.
Inzwischen glaube ich, dass wirklich (mindestens) zwei Schichten sich überlagern & die Angst nicht genug zu bekommen nur die obere Schicht ist. Das Gefühl was mich stark verunsichert ist die Leere, nicht die Angst vor Hunger & Entbehrung.
Ich beobachte nämlich, dass oft die einzige Möglichkeit mich vom Essen abzuhalten ist, etwas zu tun (im Sinne von Aktionismus). Dabei behalte ich ebenfalls die Kontrolle über meine Gefühle, ich kann sie zumindest in gewissen Grenzen steuern.
Bin ich leer, dann bin ich auch offen für neue Einflüsse. Voll sein verschafft mir ein Gefühl von Sicherheit - da weiss ich woran ich bin. Der Verstand regiert.

Gestern & heute versuche ich zaghaft auf die Signale meines Körpers zu hören & staune, wie wenig Essen für mich schon genug ist. Dabei wird mir schmerzhaft bewusst wie geringschätzig ich mein Essen behandle, wenn ich so viel wie möglich davon in mich hineinstopfe.
Warum kann ich nicht jeden einzelnen Bissen würdigen den ich esse? Ihn als ein wunderbares, einmaliges Geschenk annehmen?

Aber es nützt nichts zu fragen & zu denken, der einzig wahre Weg ist es, weiterhin in mich hineinzuspüren & so gut ich kann die Leere zuzulassen.

P.S.: Dieser Beitrag ist wohl die Fortsetzung von The best things in life...
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Samstag, 5. Mai 2007

Informatiker sein und dabei Mensch bleiben - geht das?

Dies ist ein Hilferuf, vor allem an die Informatiker die hier mitlesen. Heute ist mir zum wiederholten Male bewusst geworden, dass ich beim Arbeiten am Computer – speziell wenn ich an einem Computerproblem arbeite – komplett aufhöre zu fühlen & ganz im Denken bin. Damit kappe ich dann auch die Verbindung zu anderen Menschen.
Mein Herz wollte mit Sabine zusammen sein. Es hatte allerdings in der Situation nichts zu sagen, weil mein Verstand das Kommando übernommen hatte. & der sagte: Das Problem geht vor, alles andere ist zweitrangig.
Ich frage deshalb Euch InformatikerInnen bzw. allgemein TechnikerInnen: Gibt es noch eine Möglichkeit, in mir etwas zu ändern, dass ich mich nicht so vereinnahmen lasse? Oder geht von der Maschine selbst eine Macht, ein Sog aus, dem ich nur mit aller Kraft & Selbstbeherrschung widerstehen kann?

Ich rede immer so viel davon, dass der Computer ein tolles Werkzeug sein kann, um Menschen zu verbinden. Wenn ich ihn nur als Kommunikationsmittel nutze, gelingt es mir auch viel besser (mit)fühlend zu bleiben.

In der Tiefe rührt das an die Frage: Ist mit Computern arbeiten (als Objekt meines Tuns) etwas, das ich wirklich, wirklich will?

Da bekomme ich auch Angst von. Im Moment scheint es mir als ob ich wieder an dem Punkt angekommen bin, als ich mein Studium abgebrochen habe. Damals wurde mir schmerzlich bewusst, wie folgerichtig ich in meinem Leben, das bis dato wie ein Programm abgelaufen war, beim Informatikstudium gelandet war. Lange hatte ich geglaubt dieses Trauma hinter mir zu haben.
Doch es bleibt dabei: Ich arbeite mit Maschinen.

Ich weiss nicht, ob ich diesem Umstand irgendwie Leben einhauchen kann. In meinem Herzen will ich mich so lange & so intensiv wie ich nur kann mit Menschen beschäftigen.

Dabei drohe ich in eine weitere Falle zu tappen, denn als ich anfing über Alternativen nachzudenken, tauchte schnell die Frage auf "wie kann ich damit Geld verdienen?" Das ist natürlich der grösste Fehler den ich machen kann. Durch diese Frage lasse ich mich von der Angst leiten – von der Angst, nicht genug (Geld) zu bekommen.
Solch eine Angst hat mich bis zu meinem 1,0er-Vordiplom angetrieben. Dazu kommt die Angst, etwas falsch zu machen. & letzten Endes läuft es immer auf die Angst hinaus, das zu fühlen was dann in mir ist, wenn das Befürchtete eintritt.
Von dieser Angst bestimmt, wählte ich die Flucht ins Denken. Der Computer als das Ergebnis intensivsten reinen logischen Denkens passte da hervorragend dazu.

Jetzt weiss ich nicht, ob es wirklich darum geht, das Arbeiten mit Computern in meinem Leben ganz loszulassen, oder ob ich damit das Kind mit dem Bade ausschütte. Ich kann schliesslich ziemlich gut mit diesen Dingern umgehen, & dachte bisher dass es gut sei auf dieser Fähigkeit & diesem Wissen aufzubauen.
Meine grösste Herausforderung wiederum ist definitiv nicht das Denken & speziell das Arbeiten mit Computern, sondern das Fühlen & Beziehungen zu Menschen. Dem kommt mein Projekt Faire Turnschuhe schon näher als PC ab 50.
Ach Mensch, ich bin völlig ratlos.
Laut Frithjof Bergmann sind wir das alle tief innen drin die meiste Zeit, & unser ganzes Leben lang versuchen wir herauszufinden, was wir wirklich, wirklich wollen. Das beruhigt mich insofern, als ich mit meinem Nicht-Wissen nicht allein bin.
Ich habe auch schon etliche Schichten gesellschaftlicher Erwartungen, wie mensch (Mann!) zu leben habe, für mich abgetragen. Sogar dass ich gar nicht unbedingt selber für meinen eigenen Lebensunterhalt sorgen muss, kann ich bereits denken, wie ich im Zusammenhang mit der Konferenz in Klein Jasedow geschrieben habe.
So weiss ich eine ganze Menge darüber, was ich nicht muss. Bloss, was will ich? So vieles ist möglich, auch vieles das ich mir noch gar nicht vorstellen kann.
An dieser Stelle bleibt für mich die Frage offen, ob ich wirklich von diesen Maschinen ablassen muss, die ich als sehr zweischneidiges Schwert erlebe. Wobei mich diese Frage nur von der eigentlichen Frage, ob ich von ihnen ablassen will, ablenkt. So mache ich mich schon wieder zum Opfer. Durch das Kato-Prinzip hatte ich mir doch schon abgewöhnt, "ich muss" zu sagen. Die obige Frage gibt Punkte. Die nehme ich hiermit auf mich & nehme sie zum Anlass zu untersuchen was dahinter steckt.
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Mittwoch, 14. Februar 2007

Essen was andere weggeworfen haben

Im Keimform-Blog habe ich eine geniale Site entdeckt: der autonome container-blog. Wer sich informieren will, was sich aus dem (durchaus qualitativ hochwertigen!) Abfall anderer Leute zubereiten lässt, ist hier genau richtig.

Happy Containern wo auch immer Du lebst!
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Guten Tag FremdeR! Du bist hier beim Blog eines (Forschungs-) Reisenden zu Gemeinschaften & Kommunen gelandet. Unterwegs bin ich seit Ende Juli 2005, seit ca. Sommer 2006 inzwischen wieder sesshaft. Mehr über mich & mein Projekt erfährst Du im Startschuss-Beitrag. Darin erkläre ich auch, wie Du diesen Blog "bedienst"!
Im Beitrag Eine neue Kultur fasse ich meinen bisherigen Lebens-Schwerpunkt zusammen - darum geht es mir, nicht nur in diesem Blog.

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