Gemeinschaften in D

Mittwoch, 22. August 2007

Rückblick auf den Sommerurlaub

Ich habe heute über Mittag sturmfreie Bude & nutze die Zeit um endlich mal wieder zu bloggen. Ihr wisst noch gar nicht wie ich (bzw. wir) den Sommerurlaub verbracht haben, obwohl wir schon lääängst wieder zurück in Leipzig sind & der Flyer für PC ab 50 gerade gedruckt wird.
Also: Knapp 2 Wochen waren wir in der Kommune Feuerland in der Uckermark zu Besuch & haben uns dort sehr wohl gefühlt. Angenehm fanden wir besonders, dass die FeuerländerInnen persönliche Eigenheiten sowohl untereinander als auch von Gästen wie uns annehmen können, ohne dass gleich ein persönlicher Konflikt draus wird. Die Kommunikationskultur der Kommune habe ich als hoch entwickelt erlebt, vor allem wohl durch die langjährige Erfahrung mit Radikaler Therapie (siehe Artikel der FeuerländerInnen im KommuneBuch).
Was die gemeinsame Ökonomie der Kommune angeht, die nun schon seit 13 Jahren besteht, haben die Menschen dort bestimmt schon etliche Hürden bewältigt - beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf...
Im Moment geht es der Kommune finanziell gut, & überhaupt - ein Grundsatz in Feuerland lautet, dass es am Geld nicht scheitern wird sondern wenn, dann an den menschlichen Beziehungen. Letzten Endes ist das immer so, bloss wird das Geld gern vorgeschoben um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Also noch ein Grund warum mir Feuerland so gefällt.

Es sind übrigens gerade zwei Erwachsene mit insgesamt drei kleinen Kindern dort eingezogen, so dass die FeuerländerInnen in der nächsten Zeit wohl vorrangig damit beschäftigt sein werden, sich neu zu ordnen.

Die Landschaft oben im nordöstlichsten Zipfel Brandenburgs ist mir als Wessi nicht vertraut, ich fühle mich dennoch wohl dort. Manchmal vermisse ich zwar die hügelige Landschaft der Vogelsberg-Ausläufer, in der ich aufgewachsen bin, aber hey - das Leben geht weiter & wandelt sich!


Als nächste Station sind wir nach Pulow gefahren, um dort Bekannte aus dem Umfeld der Familienschule zu besuchen & zum Sommerfest in Klein Jasedow zu fahren.
Zum freitäglichen Pizza-Essen im Dorf kamen wir fast zu spät, so dass jeder nur noch ein kleines Stück bekam.
Wie auch schon in Feuerland hatten wir es nicht weit bis zum See & genossen die Zeit, pflegten unsere Kontakte & knüpften neue.
Am vorletzten Tag sind wir sogar noch nach Usedom zum Baden gefahren.

Der Lassaner Winkel ist eine ausgesprochen schöne Gegend, wer dort einfach Urlaub machen will findet Angebote bei der Ackerbürgerei Lassan.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Falls jetzt hier der Eindruck aufgekommen sein sollte, dass mensch in einer Gemeinschaft ganz normal den Urlaub verbringen kann - das ist die grosse Ausnahme. Die Gemeinschaften sind da sehr unterschiedlich offen für, in den allermeisten Fällen wird erwartet dass BesucherInnen mitarbeiten. Für die Kosten, die wir in Feuerland & in Pulow verursacht haben, haben wir einen entsprechenden Betrag bezahlt.
So eine Gemeinschaft ist eben ein recht intimer Lebenszusammenhang, in den Gäste nur bedingt reinpassen. Eine behutsame Annäherung ist für beide Seiten am sinnvollsten.

Sonntag, 22. Oktober 2006

Nicht MITmachen - SELBERmachen!

Bei der Konferenz "Aufschwung für den Lassaner Winkel" der Europäischen Akademie der Heilenden Künste hatte ich im Gespräch mit einer Frau aus der Klein Jasedow-Familie ein echtes Schlüsselerlebnis. Sie sprach davon, dass oft Leute bei ihnen anfragen, ob sie in Klein Jasedow mitmachen können. Auf solche Anfragen antwortet sie, dass die Leute gerne in den Lassaner Winkel oder auch direkt ins Dorf ziehen können, aber dort dann selber ihr eigenes Ding machen. Nur auf dieser Basis ist dann eine Zusammenarbeit & eventuell ein engeres Zusammenleben möglich. Eine Gemeinschaft, die nur auf Mitmachern/Mitläufern aufbaut, kann nicht nachhaltig sein. Wenn nämlich die "Macher" in einer solchen Gemeinschaft aus welchen Gründen auch immer ausfallen, dann fällt die ganze Gemeinschaft auseinander.

Dazu passt wunderbar Frithjof Bergmann mit seinem Wirklich, wirklich wollen. Seine Beiträge zur Konferenz haben mir persönlich nicht viel Neues gebracht, da ich ihn schon in der Akademie Heiligenfeld erlebt hatte & seither schwer begeistert bin.
Heide Göttner-Abendroth hingegen (die ich auch schon vor einigen Jahren im ZEGG erlebt hatte) lenkte meine Aufmerksamkeit auf die Reproduktionsarbeit, die sie viel schöner lebensfördernde Arbeit nennt. Diese Arbeit, die die Grundlage des menschlichen Lebens überhaupt erst schafft, wird von unserer patriarchal-kapitalistischen Kultur fast komplett ignoriert. Dabei ginge ohne diese Arbeit gar nichts mehr.
Die lebensfördernde Arbeit folgt der Logik des Schenkens, sowohl im Rahmen einer matriarchalen Kultur, in der sie im Mittelpunkt steht, als auch in unserer patriarchalen Kultur. Hier wird in erster Linie von Frauen erwartet, dass sie ihre Arbeit am Leben dem System ohne Gegenleistung schenken, ohne dass diese Arbeit auch nur ansatzweise gewürdigt wird.
Das scheint mir übrigens auch bei der Neuen Arbeit so zu sein - von Arbeiten wie Wäsche waschen, Kinder grossziehen usw. habe ich in diesem Zusammenhang bisher noch nicht gehört. Zugegeben, das Buch habe ich noch nicht gelesen.

Während der Konferenz habe ich mich ganz unwillkürlich selber gefragt, was ist es eigentlich, das ich wirklich wirklich will, & heraus kam etwas für mich sehr Überraschendes:
Ich will in einem sozialen Zusammenhang leben, in dem ich nicht mehr geistige Höhenflüge veranstalten & grosse Visionen verfolgen muss, sondern durch lebensfördernde Arbeit voll befriedigt werde. Ein sozialer Zusammenhang (eine Gemeinschaft, aber dafür braucht es auch entsprechende umfassendere gesellschaftliche Strukturen bzw. Übereinkünfte), in dem ich mich nicht mehr um jeden Preis "selbst verwirklichen" muss, damit mich die anderen anerkennen.
So etwas fällt natürlich nicht vom Himmel, deshalb ist politischer Einsatz für solche soziale Zusammenhänge etwas, das ich wirklich wirklich will.
Es geht mir dabei auch um die althergebrachten patriarchalen Geschlechterrollen. Schon seit einigen Jahren trage ich den Gedanken mit mir herum, dass ich gern den Haushalt schmeissen will um damit meiner Frau zu ermöglichen, ihrer Vision nachzugehen.
Damit gebe ich mich selbst nicht auf, wenn es auch vielleicht für manche so erscheint. Ich willl nicht mehr kämpfen, will nicht mehr mich durchsetzen müssen - wofür auch? Wir leben in einer neuen Zeit, da stehen ganz andere Werte im Vordergrund. Es geht ums sich verbinden miteinander. Zurückstecken, sich aufgeben, klein beigeben - das sind Begriffe der alten Kultur, des alten Wertesystems. Es sind, um es deutlich zu sagen, Begriffe aus dem Krieg. Begriffe, die nur Sieger kennen, wenn andere verlieren.
Davon verabschiede ich mich hin zu einer Logik der Kooperation.
Würde ich kämpferisch meine ganz persönliche Vision verfolgen ohne dabei auf mein Umfeld zu achten, dann verletzte ich die Werte, die hinter meiner Vision stehen (ich spreche hier von der Turnschuhfirma). Schuhe unter fairen Bedingungen herzustellen ist nur ein Baustein der heraufdämmernden kooperativen Kultur, für die ich mich einsetze. Deshalb müssen die Mittel mit dem Zweck übereinstimmen, wie schon Gandhi erkannt hatte. Ich übe die geistige Haltung der Tiefen Demokratie.

Dienstag, 11. Juli 2006

Gemeinschaft - mir persönlich Notwendiges sowie Wünschenswertes

Angeregt durch Markus Rüegg habe ich heute eine Liste meiner persönlicher Anforderungen an eine Gemeinschaft, in der ich dauerhaft leben würde, aufgeschrieben. Hier ist sie:
  1. Vertrauen: Menschen können nur dann gut gemeinsam leben, wenn sie einander vertrauen. Dieses Vertrauen wächst mit der Zeit; allerdings nur wenn die Menschen einander vertrauen wollen.
    In einem Vertrauensfeld ist unheimlich viel möglich - abstrakte Prinzipien wie Anarchismus, Konsens, Hierarchiefreiheit o.ä. müssen nicht starr eingehalten werden, die Menschen gehen flexibel mit der jeweils aktuellen Situation um.
    "Die Gedanken der Mitarbeiter sind die stärkste Realität im Unternehmen", schreibt Wolfgang Berger. Das gilt ebenso in Gemeinschaften.
    1. Die Gemeinschaft ist für die Menschen da & nicht umgekehrt. Weil das so ist, weil jedeR Einzelne zählt, geht es oft langsamer voran als wenn alle an einem Strang ziehen. Doch wenn jemand gezwungen wird am selben Strang zu ziehen (was auf sehr subtile Weise geschehen kann), entstehen Missstimmungen & untergründige Gegenströmungen, die eine Gemeinschaft auseinanderreissen können.
      Das Konsensprinzip in seiner tiefen, nicht bloss formalen Bedeutung ermöglicht langfristig tragfähige Gemeinschaft zwischen Menschen. Am treffendsten formuliert es Arnold Mindell in seinem Buch Der Weg durch den Sturm:
      Die Haltung der tiefen Demokratie, welche unerschütterlich an die Wichtigkeit aller Teile eines Ganzen glaubt, an die Bedeutung aller unserer Persönlichkeitsteile und aller verschiedenen Sichtweisen in der Welt um uns herum.
      Noch anders formuliert halte ich es für essenziell wichtig, die Schatten aller Art anzuerkennen, denn sie alle haben uns Wichtiges mitzuteilen.
    2. Die Menschen in der Gemeinschaft nehmen sich selbst nicht allzu ernst & wichtig.
      Ich bin einer von gut sechs Milliarden Menschen & darüber hinaus eingebettet in ein Ganzes, das zunächst einmal diese Erde ist & auch darüber weit hinausreicht. Ein Blick in den nächtlichen Sternenhimmel rückt mir immer wieder die Perspektive zurecht, welche Rolle ich in diesem Spiel namens Leben eigentlich spiele: Ich bin auf diesen Planeten gekommen um das Leben zu erfahren. Gut & Böse, Falsch & Richtig, Wichtig & Unwichtig verblassen vor diesem Hintergrund. Zugleich fällt so manche Last des Mich-ach-so-wichtig-Nehmens von mir ab.
    3. Damit das Vertrauen untereinander wächst, gehen die Menschen in der Gemeinschaft ehrlich & offen miteinander um. Wenn dies in der Hitze des Gefechts nicht gelingt, sind sie bereit, im Nachhinein auf die Situation zu schauen. Gemeinschaft kann auf Dauer nur bestehen, wenn die einzelnen Menschen bereit sind, sich mit ihren Ängsten, mit Wut, Trauer, Schuld & anderen "negativen" Gefühlen zu konfrontieren. Damit niemand dabei in ein schwarzes Loch fällt, ist ein grundlegendes Wohlwollen gegenüber allen Menschen in der Gemeinschaft erforderlich: Niemand will mir hier etwas Böses. Ob ich mich von jemandem verletzen lasse oder nicht, ist letzten Endes immer meine Sache.
    4. Liebe & Sexualität / Polyamorie: Liebesbeziehungen zu anderen Menschen (wobei mir das Wort "Beziehung" nicht gefällt, in Ermangelung eines besseren verwende ich es dennoch) spielen wohl eine zentrale Rolle im Leben eines jeden Menschen. Ich schreibe das bewusst so allgemein, weil ich über das heteronorme Geschlechterbild unserer patriarchalen Gesellschaft hinaus will. In der bürgerlichen Gesellschaft werden diese Themen als Privatangelegenheit betrachtet; man spricht nicht darüber. Das funktioniert schon in der typischen kleinfamiliären Struktur nicht, die ich als viel zu eng erlebe. Aus emotionaler Verstrickung heraus verschärfen sich Konflikte unnötig, bleiben Bedürfnisse unbefriedigt, wachsen Scham- & Schuldgefühle. Das alles ist nicht gesund; das wusste schon Freud.
      In Gemeinschaft ist es einerseits kaum möglich, Beziehungsprobleme zu verstecken & als privat zu deklarieren. Wer das tut, sorgt damit für weiter gehende Unstimmigkeiten in der Gemeinschaft. Andererseits ist eine grössere Gemeinschaft von Menschen, die einander wohlgesonnen & vertraut sind, ein guter Rahmen um sich Verletzungen in der Liebesbeziehung anzuschauen. Dies kann in einer grösseren Runde geschehen oder auch im Zwiegespräch mit einzelnen FreundInnen aus der Gemeinschaft.
      So richtig heiss wird es, wenn jemand sich zu mehreren Menschen (am besten noch aus der Gemeinschaft) hingezogen fühlt. Polyamorie ist hier das Stichwort. Ich empfehle als Richtschnur den wirklich von Herzen geschriebenen Text poly for dummies. Wenn diese Gefühle, diese Zuneigung sein darf, unabhängig davon was zwischen den Menschen dann passiert, entstehen keine neuen Schuldgefühle & Verletzungen, die mit dem Begriff "Fremdgehen" automatisch verbunden sind.
      Ebenso wichtig ist mir die Offenheit gegenüber sexuellen Vorlieben. Ich möchte das Gefühl haben, nicht gleich verurteilt zu werden, wenn ich jenseits von Blümchensex Lust erlebe & dies den anderen mitteile. Erst dann werde ich diese Vorlieben nämlich mitteilen, erst dann ist ein offenes Gespräch darüber möglich. & in diesem offenen Austausch kann dann wieder ganz viel Vertrauen wachsen. Die Sexualität ist - neben dem Geld (siehe Punkt 3) - der Bereich, in dem das Patriarchat besonders viel Angst & Misstrauen gesät hat.
    5. Spirituelle Praxis: Vertrauen rührt daraus, dass mensch verankert ist im Ganzen. Mir persönlich ist es nicht wichtig, einen bestimmten spirituellen Weg regelmässig im rituellen Rahmen zu üben. Mir ist der gemeinsame Alltag mit anderen Menschen das beste Übungsfeld. Es sollte jedeR in der Gemeinschaft den Raum finden, ihren/seinen spirituellen Weg zu gehen.
  2. Alle Generationen leben zusammen.
    "Kinder sind unsere Zukuft" heisst es oft. Das bedeutet, so wie wir unsere Kinder behandeln, so entwickelt sich unsere Zukunft.
    Wie gehen die Erwachsenen mit Kindern um? Das ist die Gretchenfrage jeder Gesellschaft.
    Eng verwandt damit: Wie behandelt eine Gesellschaft ihre alten Menschen? Bei uns in Deutschland werden Kinder gegängelt, in Schulen gezwungen (notfalls mit Polizeigewalt), die alten Menschen werden aufs Abstellgleis geschoben, sie werden ja nicht mehr gebraucht.
    Wenn Menschen eine Gemeinschaft gründen, um anders zu leben als der gesellschaftliche Standard, dann gehört für mich unbedingt dazu, dass sich alle Generationen gegenseitig respektieren.
    Kinder sind freie Wesen, die wir Erwachsenen in ihrer Entwicklung unterstützen.
    Alte Menschen haben aus der Erfahrung ihres langen Lebens viel zu teilen, was immer es sein mag.

    Alle Menschen, ob jung oder alt, arm oder reich, gesund oder krank, können dem Ganzen etwas geben, & sie wollen das auch. Niemand ist überflüssig in dieser Welt, & stören tut nun schon gar niemand.
    1. Ich erlebe Kinder als spirituelle Lehrer, die noch ganz nah an der Quelle unserer Kraft leben, sich dieser magischen Welt noch nicht verschlossen haben. Ich wünsche mir, dass die Erwachsenen in der Gemeinschaft sich darauf einlassen & gemeinsam mit den Kindern wachsen. Das erlebe ich als den Turbo für meine spirituelle Entwicklung.
    2. Alternativen zur Regelschule: im staatlichen Schulsystem können Kinder nicht frei aufwachsen. Ausserdem ist Gemeinschaft der ideale Rahmen dafür. Es sollte also entweder eine Freie Schule o.ä. in der Nähe vorhanden sein, oder die Gemeinschaft baut sie selber mit auf.
  3. Gemeinsame Ökonomie.
    Gemeinsames Wirtschaften setzt starke Synergieeffekte frei & fördert gemeinschaftliches Denken. Allerdings ist in der Anfangsphase mit vielen inneren & äusseren Konflikten zu rechnen, da wir alle in einer Privateigentums-Gesellschaft sozialisiert wurden. Genau diese Auseinandersetzungen sind für mich ein wesentlicher Beitrag, den Gemeinschaften für eine andere, solidarische Welt leisten können. Denn die Themen, die dabei auf den Tisch kommen, bewegen uns mehr oder weniger alle; & die Ängste & Begierden, die dabei angetickt werden, halten die Maschinerie des kapitalistischen Wirtschaftssystems am Laufen.
    Ich träume von einer Gemeinschaft, in der das gemeinsame solidarische Wirtschaften wirklich funktioniert. Ein echtes Gegenmodell zu Privateigentum & Konkurrenz.
    Bei gemeinsamer Ökonomie fällt der meiste Verwaltungsaufwand einfach weg, & ganz entgegen Lenins Ausspruch ersetzt die Gemeinschaft Kontrolle durch Vertrauen & Transparenz.
    1. Bedürfnisprinzip.
      Dieses Prinzip, das schon Marx & Engels für den Kommunismus formulierten: "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen", macht wohl den grössten Unterschied zu unserem althergebrachten kapitalistischen Wirtschaftsbegriff aus. In diesem herrscht nämlich das Leistungsprinzip: Wieviel jemand von der Gesellschaft zugesprochen bekommt, hängt in der Theorie davon ab, wieviel mensch leistet. Konsequent angewandt wird diese Prinzip allerdings nur auf die armen Bevölkerungsschichten. Familie Oetker beispielsweise kann gar nicht so viel arbeiten wie sie Kapitaleinnahmen hat, würde der gleiche Maßstab angewendet wie bei einem 400 EUR-Aushilfsjob.
      Aber ich schweife ab... Zu gemeinsamer Ökonomie gehört (für mich) auf jeden Fall, dass es keine abstrakten Gleichheits-Forderungen gibt, die unterschiedliche Menschen über einen Kamm scheren. In diesem Zusammenhang ist es essenziell wichtig, zwischen Ungleichheit & Unterschiedlichkeit zu unterscheiden. Jeder Mensch ist anders (=unterschiedlich) als alle anderen, zugleich hat in einer Gemeinschaft mit dem Anspruch, linke Politik in die Tat umzusetzen, jedeR das gleiche Recht, die gemeinsamen Regeln zu beeinflussen.
      Unterschiedlichkeit anerkennen, Ungleichheit abbauen lautet also das Motto nicht nur für gemeinsames Wirtschaften. Das ist ein weites Feld für alle Menschen in der Gemeinschaft, an dem sie persönlich & spirituell wachsen können. Wie weit kann/darf/soll ich die anderen so lassen wie sie sind, wo ist es angemessen sie daran zu hindern, welche Bedürfnisse sind "echt", welche sind Ersatzbefriedigung? Wo bin ich selber bloss neidisch?
    2. Kein Unterschied zwischen Reproduktions- & Erwerbsarbeit: Weil alle gemeinsam wirtschaften, zählt Putzen, Kochen, Kinder beaufsichtigen genau so viel wie Tischlern, Webdesign oder Klangmassage. Das eine geht nicht ohne das andere.
      Dabei sehe ich natürlich das gesellschaftliche Umfeld: Um Geld zu erwirtschaften, muss die Gemeinschaft nach aussen hin tätig werden, & dafür eignen sich die letztgenannten Arbeiten besser als Hausarbeit. & die gemeinschaftsinternen Arbeiten bringen der Gemeinschaft ohnehin kein Geld ein, weil niemand ausserhalb einen direkten Nutzen davon hat.
      An diesem Punkt das Bewusstsein zu erweitern & nicht nur nach dem direkten persönlichen Nutzen zu fragen sondern das Ganze in den Blick zu bekommen, ist eine auch politische Aufgabe von Kommunen.
    3. Gemeinsame Arbeitsbereiche.
      Gemeinsames Wirtschaften bedeutet natürlich auch Gemeinsames Arbeiten. Es geht nicht mehr jedeR individuell "jobben" um das eigene, private Geld für das ganz persönliche Leben zu erarbeiten. Zusammen arbeiten verbindet ungemein. Das erleben die meisten Gemeinschaften in der Anfangs- & Aufbauzeit, doch ohne gemeinsame Arbeitsbereiche löst sich dieses Verbindende schnell wieder auf, wenn dann doch alle wieder ihr eigenes Ding machen. In einer gemeinsamen Ökonomie überwiegt das Gefühl, an einem Strang zu ziehen oder auch in einem Boot zu sitzen. Der Gefahr, dass das zu einem Zwang wird, kann nur durch persönliche Offenheit & entsprechenden sozialen Instrumenten (wie Forum, Radikale Therapie, Sprechrunden u.ä.) begegnet werden.
      Das (auch, aber nicht nur) ökonomische Potenzial solidarischen Wirtschaftens beschreiben auch Gunnar Heinsohn & Otto Steiger (siehe Meilensteine der Wirtschaftswissenschaft).
    4. Das Recht auf Faulheit gehört an sich zum Bedürfnisprinzip, ich erwähne es dennoch als gesonderten Punkt, weil ich es für zentral halte. Mensch entscheidet sich ja für gemeinsames Wirtschaften, um damit einen alternativen Lebensentwurf zu leben, dessen letztendliches Ziel ist, dass es einem gut dabei geht. Die Gefahr des "Hamsterrads" (wie Markus Rüegg es nennt) läuft dem zuwider: VIele Gemeinschaften überfordern sich wirtschaftlich & erzeugen damit einen Zwang zu arbeiten, damit das Projekt überhaupt am Leben bleibt. Das kann's ja wohl nicht sein. Zu meiner Vision der Fülle gehört, dass ich auch mal ausspannen kann (& darf!), wenn mir danach ist.
Puuh, wenn ich da jetzt so drüber gucke, hab ich die Messlatte ja verdammt hoch gelegt... Das alles zusammen auf einmal - naja, vielleicht muss es ja gar nicht alles auf einmal sein. Trotzdem sind mir alle Punkte wichtig, bis auf 1.5, den hab ich mehr so als Pflichtbeitrag geschrieben, weil ich's für völlig selbstverständlich halte.
Die Punkte sind work in progress, da kann sich mit der Zeit durchaus was dran ändern. Vielleicht fällt ja sogar einer weg ;-)

Sonntag, 28. Mai 2006

Gemeinschafts-Unternehmen

Je länger ich mich nun sowohl mit Gemeinschaften als auch mit Wirtschaftsunternehmen beschäftige, um so deutlicher merke ich, dass beide unheimlich viel voneinander lernen können. Schliesslich ist jedes Unternehmen, das grösser ist als eine 1-Personen-Butze, immer auch eine Gemeinschaft. & eine Gemeinschaft, die längerfristig bestehen will, muss auch als wirtschaftliches Unternehmen erfolgreich sein.
Das Know-How, das Menschen in Gemeinschaften sich erarbeiten, ist auch für gewinnorientierte Unternehmen sehr nützlich. Umgekehrt lassen sich viele Methoden aus dem Management in Gemeinschaften einsetzen.

Ein wichtiges Verbindungsglied der beiden - vermeintlich so weit auseinanderliegenden - Welten ist für mich Wolfgang Bergers Business Reframing.

Worum es Berger geht, fasst folgendes Zitat gut zusammen:
Reframing bezeichnet die Umgestaltung der Funktionsweisen eines Systems, die Änderung seines inneren Schaltplans, seiner inneren Landkarte, seine Anpassung an neue Gesetze, die Erhaltung seiner Lebensfähigkeit auf einer höheren Evolutionsstufe. Human Reframing hebt das Denken des einzelnen auf eine höhere Ebene; es ist evolutionäre Sozialisation. Business Reframing hebt das Denken in Unternehmen auf eine höhere Ebene; es ist evolutionäre Kooperation.
Um Kooperation dreht sich in Unternehmen & in Gemeinschaften alles; ohne Kooperation fallen sie mittel- bis langfristig auseinander.
Damit kommen wir nebenbei bemerkt wieder zu der Frage, wie sich Bewusstseine synchronisieren lassen.

Wenn er schreibt
Unternehmerisches Blühen und Gedeihen entspringt nicht aus wirtschaftlichem Wachstum, sondern aus menschlichem Wachstum. Die einzige Aufgabe der Unternehmen ist es, Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung zu verschaffen.
dann entspricht das weitgehend den Zielen & Wünschen vieler Gemeinschaften, die alternative Lebens- & Wirtschaftsweisen praktisch erproben wollen. Das Konsensprinzip ist ein konkretes Beispiel dafür:
In grundsätzlichen Dingen sind Mehrheitsentscheidungen verboten; sie führen dazu, dass die unterlegene Minderheit nach Rache sinnt und die Gruppe sprengt. Entscheidungen müssen einmütig sein, damit jeder sich mit ihnen identifiziert und ihnen dadurch zum Erfolg verhilft. [...] Hat nur ein einziger in der Gruppe Zweifel, kann es sein, dass sein Urteil das richtige ist.

Business Reframing dreht die Kausalität um:
Nicht Ursachen produzieren Wirkungen, sondern Wirkungen ziehen die Ursachen an, die sie zu ihrer Verwirklichung brauchen.
Die drei "Attraktoren" einer solchen Umpolung der Kausalität sind:
  1. Verantwortung
    Das ist die Fähigkeit, Anforderungen und Herausforderungen anzunehmen. "Ver-antwort-ung" heißt, dass wir die Antwort finden müssen, die das Leben stellt. Es ist keine moralische Last, sondern eine Folge von Freiheit und Integrität.
  2. Achtung
    Achtung entsteht, wenn wir uns selbst und andere jenseits aller Urteile und Vorurteile neu sehen. "Achtung" (Acht geben) umfasst aufmerksames Sehen. Niemand muss sich Achtung verdienen, jedem soll sie ohne Vorbedingung geschenkt werden.
  3. Anerkennung
    Anerkennung ist eine menschliche Qualität, durch die der "Wert" eines anderen Menschen erkannt wird - nicht nur der Wert dessen, der er ist, sondern auch der Wert seines Potenzials - also des Menschen, der er werden kann. Es ist eine notwendige Grundlage für Enthusiasmus und Selbstbewusstsein, und damit für Außergewöhnlichkeit.
Das ist nicht weniger als die Voraussetzung für ein gutes Zusammenleben von Menschen. Dieser Abschnitt könnte genausogut auf Gemeinschaften gemünzt sein, dafür braucht kein einziges Wort geändert werden.

Ich schliesse mit Bergers Ausführung zu Beziehungen:
Eine Beziehung zu einem Menschen haben heißt, ihn ohne irgendeine Bedingung akzeptieren, wie er ist, und als mir gleichwertig anerkennen. [...] Wenn wir um diese Gleichwertigkeit bei jedem Menschen wissen, steht uns ein ganzer Himmel voller Möglichkeiten offen. Jeder, dem wir so entgegentreten, wird unsere Offenheit als offene Tür erkennen, als Einladung zum Eintreten.

Dienstag, 7. März 2006

Drei Monate Lebens(t)raum-Gemeinschaft Jahnishausen

Heute früh habe ich nach ziemlich genau drei Monaten die Lebens(t)raum-Gemeinschaft Jahnishausen wieder verlassen. Diesen Text schreibe ich jetzt einige Wochen im Nachhinein, es ist eine ganze Menge passiert zwischendurch & endlich finde ich mal die Ruhe, ein - wie immer sehr persönlich geprägtes - Resümee meiner Zeit in der Lebens(t)raum-Gemeinschaft zu verfassen.

Wer regelmässig über die Gemeinschaft auf dem Laufenden gehalten werden will, kann sich die Freundeskreis - Rundbriefe herunterladen oder zumailen lassen.


Ganz handfest habe ich in den beiden Treppenhäusern eine ganze Menge Decken & Wände weiss gestrichen, zum Verputzen üben bin ich gar nicht mehr wirklich gekommen. Einige Menschen aus der Gemeinschaft habe ich unterschiedlich intensiv am PC unterstützt, z.B. die wirklich fiese Spyware Smitfraud rausoperiert & mich ein wenig in TYPO3 eingearbeitet.
Bei der Holzaktion (sägen & spalten für Brennholz) & dem Kohlen hochschleppen war ich immer wieder dabei, für meinen eigenen Ofen tat ich das regelmässig.

Auch in die "inneren" Prozesse der Gemeinschaft konnte ich tiefer einsteigen, war regelmässig bei Forum & Orga dabei & hatte auch viele Gelegenheiten für persönliche Gespräche. Mir ist in den drei Monaten bewusst geworden, dass eine Gemeinschaft ein höchst komplexes soziales Gebilde ist. Gedacht hatte ich mir das natürlich vorher schon; jetzt habe ich es aber mit Leib & Seele erlebt.
Übrigens habe ich mich dadurch von der Vorstellung verabschiedet, ich könnte hier in diesem Blog eine Sammlung von "Rezepten" für den Gemeinschaftsaufbau zusammentragen. Weil jede Gemeinschaft etwas ganz Eigenes ist, kann es keine solchen Rezepte geben. Das Höchste der Gefühle sind Werkzeuge, die eine Gemeinschaft ggf. für den eigenen Bedarf modifizieren kann.


Ich habe mich in Jahnishausen die meiste Zeit bis auf die Tage kurz vor Weihnachten sehr wohl gefühlt. Ebenso habe ich den Ort & die Gemeinschaft als ein gutes Umfeld fürs persönliche Wachsen erlebt. Das ist nicht immer leicht; für mich daher genau richtig, weil ich Herausforderungen liebe.
Das macht für mich das Wesentliche an der Gemeinschaft Jahnishausen aus: dass die Menschen dort an ihren Themen arbeiten & dran bleiben, sowohl ganz persönlich als auch die Gemeinschaft betreffend. Mich hat diese (oft sehr herzliche) Beharrlichkeit beeindruckt.


Als Abschiedsgeschenk habe ich den Menschen in der Gemeinschaft eine lange Mail geschickt, von der ich diejenigen Auszüge hier veröffentliche, von denen ich glaube, dass sie auch für andere Menschen in anderen Gemeinschaften interessant sein können:

"Hausaufgaben" für die Menschen in der Lebens(t)raum-Gemeinschaft Jahnishausen



Ganz zufrieden mit der Bezeichnung "Hausaufgaben" bin ich nicht, es klingt so oberlehrerhaft, was es gar nicht sein soll. Was ich hier im Folgenden für Euch schreibe, sind schlicht & ergreifend Beobachtungen & sich daraus ergebende Empfehlungen. Es ist wie mit den Spiegeln im Forum: Ich gebe Euch das hier als Geschenk, was jedeR einzelne damit tut, ist seine/ihre Sache. (Spiegel zum Spiegel sind willkommen!)

Weil eine meiner Empfehlungen lautet "Hör genau hin, wenn von 'der Gemeinschaft' die Rede ist!" rede ich Dich von hier an persönlich an & nicht mehr "Euch". Letzten Endes besteht jede Gemeinschaft aus einzelnen Menschen, die sich entschieden haben gemeinsam zu leben. Das unterscheidet eine Gemeinschaft von einer Masse.

Ich fange an mit dem Punkt, der mir selbst am wichtigsten erscheint:

Stell Machtfragen!

Wer hat tatsächlich wo das Sagen, wem gesteht die Gruppe bei welcher Gelegenheit welche besonderen Befugnisse zu? Wer hat wann das letzte Wort?

& dazu gehörig:

Kläre Fachkompetenzen!
Wer hält wen in welchem Bereich für fachlich kompetent?

Dabei geht es nicht darum, irgendwen zu demontieren. Es kann ja genau richtig sein, dass Person X Aufgabe Y übernimmt. Ich halte es lediglich für extrem wichtig, ja geradezu überlebenswichtig, dass in diesen Fragen Klarheit herrscht.
Offene Hierarchien sind unendlich viel besser als heimliche Hierarchien.

Dass Machtfragen stellen & Machtpositionen hinterfragen unbequem ist, schreibt auch Christoph Spehr in "Gleicher als andere. Eine Grundlegung der freien Kooperation":
"Die Freiheit besteht darin, alles tun zu können, was keinem anderen schadet." (Art. 2 der Erklärung der Menschen- & Bürgerrechte von 1791) Nun müssen Menschen einander aber unter Druck setzen & mitunter schaden, um die Verhältnisse untereinander zu verändern, Herrschaftsverhältnisse zu transformieren, sich zu befreien. Die Freiheit, die niemand anderen kratzt, niemand anderem wehtut, ist eine "Freiheit", die die gesellschaftlichen Verhältnisse einbalsamiert, konserviert wie sie sind - was das Gegenteil von Freiheit ist.

Stellst Du Regeln über Menschen, oder dienen die Regeln den Menschen & haben genau dann ausgedient, wenn sie das eben nicht mehr tun?

Ganz konkret wünsche ich mir, dass vor Gesprächen ganz klar eine Gesprächsleitung benannt wird. Das kann immer jemand anderes sein, wichtig ist dass alle wissen wer dieses Gespräch leitet! Ich hab immer wieder Unklarheit erlebt, wegen der einzelne Wortmeldungen übersehen wurden.

Schärfe Deine Sinne für dasjenige & diejenigen, die zu kurz kommen!

Bei all dem ist die Voraussetzung, dass Du das wirklich willst - es ist ein anspruchsvoller Entwicklungsweg. Geh mal in Dich & spüre ob Du bereit bist, Dich auf solche Prozesse einzulassen. Ist das nicht der Fall, dann ist es auch nicht schlimm, nur solltest Du Dir darüber klar sein & das auch so kommunizieren. Sonst gibt's ein schlechtes Gewissen & das Gefühl von Gruppendruck.
Äussere Klarheit gepaart mit innerer Klarheit also.


Eng mit den Machtfragen hängt das Konsensprinzip zusammen. Darüber schreibt Wolfgang Berger, ein Unternehmensberater (!):
Autorität erdrückt ein Team und macht alle außer der Autoritätsfigur zu Statisten. Auch Mehrheitsentscheidungen wirken als Sprengsätze. Wenn Mehrheitsentscheidungen etwas mit Demokratie zu tun haben, dann darf ein Team keine demokratische Veranstaltung sein; aber sie haben eigentlich nichts mit Demokratie zu tun. Die Bürger im klassischen Athen, die diese Staatsform entwickelt haben, besprechen ihre politischen Angelegenheiten auf der Agora (dem Marktplatz) solange, bis eine Übereinkunft erzielt ist. Wahlen, bei denen sich die Mehrheit durchsetzt, sind das Ende der Demokratie und der Anfang der Diktatur - einer Diktatur der Mehrheit, bei der die Menschen nicht mehr zuhören müssen, um sich zu einigen.
Die überstimmte Minderheit wird durch die Niederlage in ihrem Selbstwert getroffen und identifiziert sich nicht mit dem Ergebnis. [...]
Wenn Sie zur Mehrheit gehören, müssen Sie mit der Möglichkeit rechnen, dass die Minderheit recht hat, auch wenn sie nur aus einer einzigen Person besteht.
[...]
Wenn es aber bedeutsam ist und vom Gelingen einiges abhängt, wenn es darum geht, die beste aller möglichen Lösungen zu finden, dürfen Sie eine Entscheidung erst fällen, wenn auch der letzte einverstanden ist. Blockadeverhalten ist damit nicht gedeckt. Wer blockiert, intrigiert auf der Beziehungsebene. Das Problem muss auf dieser Ebene gelöst werden, notfalls auch durch Trennung. Wenn ein Team aber Zweifel als Blockade definiert und den leichten, schnellen Weg wählt, wird es seine Aufgaben nicht gut lösen können und stellt sich selbst in Frage.


Ich betone nochmal, das schreibt ein Unternehmensberater. Hier geht's um knallhartes Business. & selbst dort begreifen immer mehr Menschen, dass Konsens bei wichtigen Entscheidungen das einzig Wahre ist.

Aus dem Konsens-Buch (eine sehr nützliche Investition für Gemeinschaften) habe ich etliche Seiten kopiert, worauf ich hiermit noch mal hinweise.
Kurzes Zitat:
Konsensverfahren sind besonders dann anzuwenden, wenn es um die Identität einer Gruppe geht. Ebenso & damit eng verwandt, bei allen Fragen, die für den Zusammenhalt einer Gemeinschaft wichtig sind. & drittens dort, wo es auf die Handlungsfähigkeit einer Gruppe ankommt.


Unterscheide sachliche Ebene & Beziehungsebene! Es ist in Ordnung, wenn jemand eine andere Person nicht leiden kann. Solange es sich um Einzelne handelt, bricht davon die Gemeinschaft nicht auseinander. Das Leben wird sogar leichter, wenn so etwas ausgesprochen ist.


Ehrlichkeit beginnt damit, ehrlich zu sich selbst zu sein - & das ist oft am Schwersten.

Immer wieder innehalten, tief durchatmen!
Nach meiner Erfahrung sehr wertvoll: Demut & loslassen können.

(nur zur Erinnerung, falls meine Sprache nach Befehlston klingt: ich schreibe hier Empfehlungen, die Du bedenken kannst aber nichts damit tun musst)


Schau mal nach Deinen Süchten (Buchempfehlung: Anne Wilson Schaef/Diane Fassel: Suchtsystem Arbeitsplatz)!


Bei der Intensivzeit hatte ich mir ja schon etwas gewünscht, das mir in Jahnishausen sehr fehlt:
Einen gemütlichen Abhäng-Raum als informellen Treffpunkt!
Sowas wie die Fachschaftscafés in der Uni, Axels Internetcafé im ZEGG oder das Wohnzimmer in meiner alten WG. Wichtigster Einrichtungsgegenstand: ein grosses gemütliches Sofa. Im Sommer könnt Ihr das ja in die Remise stellen :-D
Es lebe die Sofakultur!


Ebenfalls in der Intensivzeit fiel mir etwas ein, das für Euch total super sein kann: Radikale Therapie. Davon habe ich das erste Mal im KommuneBuch gelesen, die Kommune Feuerland macht das regelmässig & ihren Text aus dem Buch gibt's online: http://www.htu.tugraz.at/mrt/rt-text.pdf
Übrigens ist das KommuneBuch echt super, & es steht sogar schon bei Euch in der Bibliothek!


& falls das nicht schon genug deutlich wurde empfehle ich nun noch einmal explizit Christoph Spehrs Text "Gleicher als andere".


Ich schliesse mit meinem bisher tiefsten Lebensmotto:
Wenn Dein Herz die ganze Welt umarmt,
dann können Deine Hände alle das loslassen,
woran Du Dich so ängstlich festgeklammert hast.


In Liebe,
Timo
In dieser Mail ist nicht allzuviel Lob drin, weshalb der Text den Eindruck erwecken könnte, ich hätte ganz viel an der Gemeinschaft auszusetzen. Dem ist nicht so! In Gemeinschaft leben ist eine schwere Aufgabe, & wer erwartet dass da alles rund läuft, erwartet eindeutig zu viel. In Gemeinschaft leben heisst andauernd lernen, nicht damit aufhören, immer offen bleiben & bereit sein sich zu ändern, sich auf die Prozesse in der Gemeinschaft einlassen.
Mit meinen Beobachtungen & Empfehlungen will ich diese Prozesse unterstützen. Als letztlich doch Beobachter von aussen - ich bin schon recht tief eingetaucht, aber eben doch nur als Gast - nehme ich manches wahr, was den Menschen in der Gemeinschaft so selbstverständlich erscheint, dass es ihnen gar nicht mehr bewusst ist, & dafür übersehe ich ganz viel anderes.
Den Grund weshalb ich meine Wahrnehmungen dennoch mitteile, beschreibt Wolfgang Berger so:
Wer sich nicht mitteilt, liefert anderen keinen Beitrag, und wer anderen keinen Beitrag liefert, ist ein Schmarotzer.
In diesem Sinne ist das hier mein hauptsächlicher Beitrag für die Lebens(t)raum-Gemeinschaft Jahnishausen. Er ist, wie wohl unschwer zu erkennen, stark geprägt durch meine wieder entdeckte & wesentlich vertiefte anarchistische & linksradikale Überzeugung.

Ich grüsse Euch ganz herzlich da drüben im Jahnatal!

Dienstag, 14. Februar 2006

Bewusstseine synchronisieren

Beim Forum der Lebens(t)raum - Gemeinschaft Jahnishausen ging es heute Abend viel darum, dass einigen Menschen hier in der Gemeinschaft momentan der gemeinschaftliche Geist fehlt. In ihrer Wahrnehmung leben zur Zeit alle weitgehend für sich, machen ihr eigenes Ding, wodurch viele Kämpfe & Interessenkonflikte entstehen. Es stand sogar das Bild von "jedeR gegen jedeN" im Raum.
Andere konnten das nicht nachvollziehen & sehen gerade solche momentanen Uneinigkeiten als das, was eine tragfähige Gemeinschaft ausmacht. Das sind Gelegenheiten, miteinander ins Gespräch zu kommen & die Menschen als unterschiedliche Individuen genauer kennen zu lernen.
Damit jetzt niemand denkt, hier sei ständig Stress & Konflikt am abgehen: das ist eine Momentaufnahme. Dennoch gehört so etwas zu Gemeinschaft dazu, dessen sollte mensch sich bewusst sein. & wenn sich alle immer einig wären, fände ich persönlich es jedenfalls todlangweilig!

Diese Beobachtungen nehme ich an dieser Stelle zum Anlass, eine Frage an alle zu stellen:
Gibt es Verfahren, um menschliche Bewusstseine zu synchronisieren, ohne dass dabei Einzelne eine Richtung vorgeben?
Das bisher gängige Modell zur Synchronisation von Bewusstseinen ist Führung, eng verwandt damit Autorität: eine Person (oder eine kleine Führungsgruppe) gibt die Richtung für den Rest vor & geht voran. Dass dieses Verfahren für mich als Anarchisten & Verfechter der freien Kooperation nicht akzeptabel ist, liegt auf der Hand.
Wolfgang Berger beschreibt in seinem Buch Business Reframing das Phänomen der neuronalen Resonanz. Die Gehirnschwingungen von Menschen, die viel Zeit nahe beieinander verbringen, gleichen sich an, sie synchronisieren sich. Auch Berger geht allerdings davon aus, dass das am effektivsten von oben nach unten geschieht, also nach dem Modell von Führung. Autoritäte Führung, am besten noch im Befehlston, lehnt er vehement ab. Dies sage ich um hier keine falschen Eindrücke entstehen zu lassen.
Trotz allem Gerede von kooperativem Führungsstil bleibt doch noch das Gefälle von einigen wenigen, die führen, & der grossen Masse, die diesen Führern folgt.
Ich suche Methoden, die Bewusstseine von Menschen auf völlig freiwilliger Basis zu synchronisieren, & zwar ohne Machtgefälle.

Als mögliche Ansprechperson fiel mir zuerst Starhawk ein, eine moderne Hexe, die sich stark politisch engagiert & magische Rituale in den Widerstand gegen Globalisierung & Co. einbringt.

Ein Beispiel für ein solches Verfahren scheint mir der Klangdom zu sein: Dabei stellt sich eine Gruppe im Kreis auf, & alle fangen gleichzeitig an, irgendeinen Ton zu singen oder zu summen. Das klingt zu Beginn vielleicht ziemlich schräg, aber mit der Zeit finden sich Harmonien ein. Dabei bestimmen alle SängerInnen selbst, wann sie welchen Ton singen, & wenn niemand versucht so laut wie möglich zu singen, sind alle dabei wirklich gleichberechtigt.

Sonntag, 22. Januar 2006

Leben in zwei Gemeinschaften gleichzeitig

Boah, im Moment lebe ich tatsächlich körperlich und geistig in Jahnishausen, zugleich geistig auch in der Gemeinschaft des Twenprojekts im Dunstkreis des ZEGG. Das (nicht-öffentliche, also keine Chance für Outsider :-( ) Internetforum der Twens geht so ab, das ist der absolute Hammer!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Seit ein paar Wochen fühle ich mich einer wachsenden Gruppe von Menschen übers Internet total verbunden, wir tauschen uns über die allerpersönlichsten Themen aus. "Seelenstriptease", würde Marie sagen - ganz doll liebe Grüsse & *knutsch*!

Der Schlaf kommt dabei ein wenig zu kurz, aber das ist voll in Ordnung. Junge Menschen kommen in Bewegung, kommen zusammen, öffnen sich & unternehmen gemeinsam etwas. & Alte Menschen tun das auch! Jippiiieeeeeee!!!!!!!

Ach, & da das schon seit Wochen auf meiner ToDo-Liste rumgammelt, empfehle ich an dieser Stelle einen ganz tollen Text von Marie: Brief an Freunde.

Samstag, 7. Januar 2006

Hat der Verein als Rechtsform für Gemeinschaften bald ausgedient?

Bei den Alternativen Genossenschaftstagen bekam ich am Rande mit, dass die Bundesregierung eine Änderung des Vereinsrechts plant, bei der die wirtschaftliche Tätigkeit von Vereinen erheblich eingeschränkt werden soll.
Ich will hier keine Pferde scheu machen aber dennoch darauf hinweisen, dass wenn das so kommt, die Rechtsform Verein für Gemeinschaften ziemlich unbrauchbar wird. Was momentan der Stand bezüglich der Änderungen ist, weiss ich nicht, habe allerdings zwei Artikel dazu ergoogelt: Von den Gemeinschaften, die ich bisher besucht habe, betrifft das die Kommune Waltershausen & das LebensGut Pommritz.

Sonntag, 1. Januar 2006

Interspirituelles Ökodorf-Festival im Taunus

Vom 28. Dezember bis heute war ich beim Interspirituellen Ökodorf-Festival im Projektzentrum Maibacher Schweiz. Veranstaltet werden die Ökodorf-Festivals von Karl-Heinz & Sabine Ainjali Meyer vom Ökodorf-Institut.
Die Gastgebergemeinschaft erinnerte mich in vielen Aspekten an die Kulturfabrik Mittelherwigsdorf: es leben momentan sieben Erwachsene dort, die alle ziemlich ihr eigenes Ding machen, kulturelle Aktivitäten (im Fall der Maibacher Schweiz v.a. Kindertheater) sind ein verbindendes Element. Die Maibacher Schweiz ist allerdings viel stärker auf Seminarbetrieb ausgerichtet, während sich in der Kulturfabrik viel um das Kino dreht. Ach so, beide Gemeinschaften sind rechtlich als GbR organisiert, wobei jeweils nur ein Teil der Gemeinschaftsmitglieder in der GbR sind, die anderen zahlen Miete.

Fachwerkhaus von der Strasse aus
So präsentiert sich das Fachwerkhaus von der Strasse aus

Das gelbe Haupthaus mit Schriftzug
Die Maibacher Schweiz war früher ein Hotel & Restaurant, deshalb steht der Name so fett auf der Hauswand

Blick vom Innenhof
Rein geht's die Treppe runter (zu beiden Seiten des Schilds). Im Gebäudeteil links befindet sich der grosse Saal, in dem verschiedene Veranstaltungen während des Silvester-Festivals stattfanden. Dort ist auch die Theaterbühne.


Das Projektzentrum ist hervorgegangen aus dem Soshona-Netzwerk im Rhein-Main-Gebiet. Soshona ist eine Gruppe von Gemeinschafts-Interessierten, die sich regelmässig in Offenbach treffen. Immer wieder bilden sich innerhalb dieses Netzes Gruppen von Menschen, die verbindlicher sind als das gesamte Netzwerk & die eine Gemeinschaft gründen. Eine schöne Einrichtung, finde ich.


Zwei von Soshona hielten einen Vortrag zur Gewaltfreien Kommunikation (GfK) samt anschliessendem Workshop, bei dem die GfK an konkreten Beispielen geübt werden konnte. Das Entscheidende, damit GfK tatsächlich wirken kann, ist die entsprechende Haltung. Als reine Methode oder Technik verfehlt GfK ihren Sinn.

Ein Schwerpunkt des Workshops war GfK mit Kindern. Passend dazu las ich in der aktuellen KursKontakte den Artikel "Subjekt Kind" von Reinald Eichholz. Sein Artikel steht unter dem umständlichen & sehr juristischen Titel Die Subjektstellung des Kindes als Auftrag und Maßstab der Politik auf den Seiten der Deutschen Liga für das Kind im Netz. Er liefert quasi die juristische Untermauerung für gewalt- & herrschaftsfreie Kommunikation Erwachsener mit Kindern.


Ronny Wytek von Keimblatt Ökodorf aus Österreich veranstaltete Workshops zu verschiedenen Themen rund um Gemeinschaften, darunter zur Gemeinsamen Kasse & - für mich am lehrreichsten - zur Permakultur. Zur Veranschaulichung hatte er Papp-Modelle eines Hauses, eines Gewächshauses, von Regentonnen u.ä. Dingen, die auf einem Grundstück rumstehen. Unsere Aufgabe war, um das Haus alles andere zu platzieren & dabei zu begründen warum genau dieser Ort sinnvoll ist. Auf diese Weise wurden mir wichtige Prinzipien von Permakultur deutlich, darunter: jedes Element erfüllt mehrere Aufgaben, wichtige Aufgaben werden von mehreren Elementen erfüllt, es gibt verschiedene Zonen, je nachdem wie oft mensch vom Haus aus bestimmte Elemente nutzt (so ist z.B. die Kräuterspirale in der Nähe der Küche).
Da diese Prinzipien so allgemein sind, beschränkt sich Permakultur bei weitem nicht nur auf Garten- & Landschaftsbau & Landwirtschaft, sondern lässt sich im Grunde als Designmethode für alle Bereiche des Lebens ausbauen.
In dem Zusammenhang fiel mir ein, ob nicht Michael Braungart faktisch auch Permakultur betreibt, wenn auch auf einer grösseren Ebene?!

Ronny hat auch eine Methode vorgestellt, wie Menschen in einem Entscheidungsprozess ihre eigene Position bildlich sichtbar machen können: Dabei wird eine Frage gestellt, die auf einer ganzen Skala von Möglichkeiten beantwortet werden kann, z.B. "Wie wichtig ist Dir eine vegetarische/vegane Ernährung in unserer Gemeinschaft?" Die Menschen, die im Kreis um einen Mittelpunkt sitzen, legen dann einen Stein zwischen sich & diesen Mittelpunkt, wobei der Abstand zum Mittelpunkt anzeigt, wie wichtig ihnen persönlich das jeweils ist. Auf diese Art können alle schnell überblicken, wo die Einzelnen in dieser Frage stehen.
Alternativ, wenn viel Platz vorhanden ist, können sich die Menschen auch selber auf einer vorher festgelegten Skala hinstellen.

Weiterhin zeigte Ronny uns eine Reihe von Handzeichen, die in einer Gesprächsrunde zusätzlich zu den Worten verdeutlichen können, was mensch gerade zu sagen hat. Ohne Bilder finde ich es nicht sinnvoll da mehr drüber zu schreiben, bei Interesse kann ich Fotos der Handzeichen machen & online stellen. Also: wer's genau wissen will, schreibt einen entsprechenden Kommentar!

Übrigens habe ich sowohl die Aufstellungs-Methode als auch die Handzeichen im Konsens-Handbuch der Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden wieder entdeckt. Das Buch enthält eine Fülle von Hintergrundwissen & konkreten Anregungen für Gruppen, die nach dem Konsensprinzip entscheiden wollen. Im Grunde natürlich für alle Gruppen, also auch diejenigen die noch nicht wissen, wie wertvoll das Konsensprinzip ist!
Das Buch ist eine wahre Fundgrube für meine Forschungsfrage in Sachen Basisdemokratie.


Zwischendurch stellten verschiedene Leute einige Kommunen & Gemeinschaften näher vor, einen Vortrag über das Rainbow Gathering gab es auch.


Joachim Detjen bot verschiedene Meditationen an, leitete die einzelnen Veranstaltungen mit Achtsamkeitsübungen ein & gestaltete auch den Abschluss der Workshops meditativ. Er arbeitet als Gemeinschaftscoach & kann dabei auf viele Jahre Erfahrungen in mehreren Gemeinschaften zurückgreifen.

In einer dieser Meditationen, bei der das Wahrnehmen des eigenen Körpers im Mittelpunkt stand, spürte ich überdeutlich, wie ich mich betäube indem ich mich übermässig mit Essen vollstopfe. Da geht die gesamte Aufmerksamkeit zur Verdauung. Gefühle wie Traurigkeit, Erregung, Angst, Wut oder auch tiefe Freude spüre ich so lange nicht wie mein Bauch voll ist. & ich esse wirklich zwanghaft.
Mir ist in dieser Meditation klar geworden, dass ich das schon von klein auf tue. Das Viel-Essen, vor allem Reste essen, habe ich sogar zu einem Teil meiner Identität gemacht - meine Schwester nannte mich "der Geier" als ich ein Kind war, & ich nahm diesen Namen freudig an.
Beim Silvester-Ritual übergab ich den Geier den Flammen des Feuers. Jetzt kann ich mich dahinter nicht mehr verstecken & weiss, wenn ich wieder mehr esse als ich bräuchte, dann ist das meine Sucht & nicht Ausdruck meiner Persönlichkeit. Alles andere als das.



Eine für mich interessante Veranstaltung war der Vortrag über das Buch Creating a Life Together von Diana Leafe Christian. Sie hat untersucht, warum Gemeinschaften (in den USA) scheitern & wegen welcher Faktoren andere Gemeinschaften lange bestehen bleiben. Ich hab nicht mitgeschrieben, deshalb kann ich das jetzt nicht wiedergeben, aber der Vortrag war eh nur eine grobe Zusammenfassung.
Vor einiger Zeit habe ich übrigens eine Doktorarbeit eines Deutschen gelesen, der sich die gleiche Frage gestellt hatte: Die Kunst des Teilens von Christoph Brumann. Er behandelt heutige & historische Kommunen in Europa, den USA & auch Japan.


Als Abendprogramm vor der Silvesterparty bot uns Oliver eine superwitzige Zuruf-Theater-Vorstellung. Das läuft so, dass die ZuschauerInnen dem Schauspieler x-beliebige Stichworte als Szenenbeschreibung zurufen. Also, wo spielt die Szene, wer oder was tritt auf, was passiert. Alles spontan auf Zuruf.
Oliver spielt beim Theater in Kommunikation in Gießen mit & macht da Businesstheater. Was das genau ist, wollte ich ihn noch fragen, es ergab sich im Endeffekt keine Gelegenheit dazu, so dass ich auch nur das weiss was die Website hergibt.


Für den Schluss habe ich mir aufgehoben zu schreiben, warum ich hier das schönste Silvesterfest meines Lebens erlebt habe.
Als viele Gäste sich von der Party schon verabschiedet hatten, lud Gerald, einer der Gastgeber, noch zur Contact Improvisation ein. Ein paar Mal hab ich bei sowas schon mitgemacht, deshalb bin ich auch in der Silvesternacht ganz unbefangen dazugekommen. Mehrere Frauen & Männer fanden sich zusammen & tanzten, die Bewegungen wurden nach einer Weile immer ruhiger & sanfter, bis aus der Contactimpro ein Kuschelhaufen geworden war. Ich liess ganz los, alles Denken schaltete sich ab & ich fühlte nur noch.
Weil ich nichts beurteilte, konnte ich auch zulassen, dass ich zwischendurch anfing zu schluchzen. Da kam zum einen viel Schmerz zum Vorschein, ich weinte genauso auch vor Glück über das, was ich erleben durfte.
Danke, Grosse Göttin!!!

Donnerstag, 22. Dezember 2005

Winterliche Impressionen aus Jahnishausen

Zur Abwechslung mal ein Beitrag, der nur aus kommentierten Fotos besteht:

Torhaus
Das ist das Torhaus, momentan der einzige komplett renovierte Gebäudeteil & damit auch der einzige mit Zentralheizung

Gutshaus
Hier siehst Du das Gutshaus. Darin befindet sich die Gemeinschaftsküche für den Winter, Werkstätten & einige Wohnungen. Das Gebäude ist noch nicht vollständig ausgebaut, geheizt wird mit Holz bzw. Kohle. Das tue ich im Haus 6 (das ich nicht sehr fotogen finde) ebenfalls.

Remise vom Torhaus aus
Die Remise, vom Torhaus aus betrachtet. Hier wird im Sommer gekocht & gemeinsam gegessen (siehe Foto vom Sommercamp).

Insel
Das ist die Insel, die ausserhalb des Geländes liegt, aber noch dazugehört.

Kontakt

Jabber: iromeister@deshalbfrei.org
Skype: brich.die.regeln
Mail: rincewind_at_
ist-einmalig_punkt_de

Intro

Guten Tag FremdeR! Du bist hier beim Blog eines (Forschungs-) Reisenden zu Gemeinschaften & Kommunen gelandet. Unterwegs bin ich seit Ende Juli 2005, seit ca. Sommer 2006 inzwischen wieder sesshaft. Mehr über mich & mein Projekt erfährst Du im Startschuss-Beitrag. Darin erkläre ich auch, wie Du diesen Blog "bedienst"!
Im Beitrag Eine neue Kultur fasse ich meinen bisherigen Lebens-Schwerpunkt zusammen - darum geht es mir, nicht nur in diesem Blog.

Suche

 

Archiv

Juni 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 

Musikliste

Mein Lesestoff



Frithjof Bergmann
Neue Arbeit, Neue Kultur

Aktuelle Beiträge

Twenzeit im ZEGG
Jetzt habe ich ein paar Tage Blog-Pause gemacht, in...
iromeister - 2011-12-05 20:15
Wechsel von JPBerlin...
Nun schreibe ich doch noch einmal bei twoday.net, denn...
iromeister - 2011-08-25 18:00
Blog zieht um zu JPBerlin
Hallo liebe LeserInnen, heute ist es so weit: mein...
iromeister - 2009-09-09 23:41
Geldschöpfung in...
Heute bette ich erstmalig eine selbst erstellte Playliste...
iromeister - 2009-09-04 01:18
Frei
Na prima das mit der Arbeit.
Jörg (Gast) - 2009-09-03 14:53

Status

Online seit 4383 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2011-12-05 20:15

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this topic

twoday.net AGB


AgitProp
Blog-intern
Gemeinschaften in D
Kongresse&Tagungen
noch sesshaft
Tech-Krams
TiefSinniges
Unterwegs
Vorgeschichtlich
wieder sesshaft
Wirtschaften
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren